
Einführung in den praktischen Journalismus
Wenn es in der Journalistik-Literatur einen Klassiker gibt, der seit Generationen in kaum einem Bücherregal fehlen dürfte, ist das die „Einführung in den praktischen Journalismus“ des Leipziger Honorarprofessors Walther von La Roche. 1975 zum ersten Mal erschienen, hat das Büchlein mittlerweile seine 17. Auflage erreicht. Im Laufe der Zeit wurde viel verändert und ergänzt, das Grundkonzept allerdings ist gleich geblieben: La Roche gibt seinen Lesern gewissermaßen das kleine Einmaleins des Journalismus an die Hand. Und das beginnt schon lange vor der Frage, was einen guten Artikel oder Radio- Beitrag ausmacht. Nämlich mit Nachdenken darüber, was eigentlich Journalisten für die tägliche Arbeit mitbringen und leisten sollten, was für (Berufs- )Möglichkeiten und Beschränkungen es in der Branche gibt.
Weil La Roche seinen Lesern einen „Grundkurs“ bieten will, bedient er sich einer prägnanten, leicht verständlichen Sprache und scheut sich auch nicht, vermeintlich Banales (etwa: was ist der Unterschied zwischen einem Redakteur und einem freien Mitarbeiter?) ausführlich zu erklären. Dieses Rezept erweist sich aber im Praxis-Teil des Buches als ausgesprochen clever: Einsteiger bekommen anhand kommentierter Beispiel-Texte geradezu mustergültig vermittelt, wie man – nach erfolgreicher Recherche – eine Nachricht, einen Bericht oder eine Reportage schreiben kann, welche Kriterien und Kniffe für diese und weiteren Darstellungsformen anzuwenden sind. Tipps zu Rechtsfragen und eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen Ausbildungswege in den Journalismus runden La Roches gelungenes Einstiegs- Paket ab. Und weil der ehemalige Nachrichtenchef des bayerischen Rundfunks selbst großen Wert auf den Einführungscharakter seines Buches legt, gibt er nach fast jedem Abschnitt ergänzende und weiter in die Tiefe führende Literatur-Tipps.





