
Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen
Schon der etwas sperrige Titel des von Heinz Pürer herausgegebenen Buches kündigt an, dass es etwas grundsätzlicher wird. Neben Tipps für das praktische Arbeiten in den drei Medien liefern die zahlreichen Autoren, in der Regel ausgewiesene Experten ihres Fachgebiets, nämlich noch eine „Berufs- und Medienkunde für Journalisten in Österreich, Deutschland und der Schweiz“. Davon sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen: Interessant ist diese zweite Buchhälfte allemal, auch wenn man angesichts der schnellen Veränderungen in der Medienszene natürlich darauf achten sollte, eine möglichst aktuelle Auflage des 1991 erstmals erschienenen und 1996 gründlich überarbeiteten Buches zu erwischen.
Die erste Buchhälfte ist dagegen weitgehend veränderungsresistent – sie widmet sich den Grundlagen. Und das sehr ausführlich: Bereits das Einleitungs- Kapitel beschäftigt sich eingehend mit den Unterschieden zwischen Print-, Radio- und Fernsehjournalismus, macht die Anforderungen, Vorund Nachteile jedes Mediums deutlich. Diese Dreiteilung wird auch im Rest des Praxisteils durchgehalten: Für jede denkbare Darstellungsform – von der Nachricht über Bericht und Reportage bis zum Interview – erläutern Praktiker die medienspezifische Herangehensweise. Dabei schwingt zwar ziemlich oft der erhobene Zeigefinger mit – in der Regel gut zu erkennen an den fettgedruckten Passagen -, das aber meist mit gutem Grund: die Tipps, die die Autoren geben und die Fehler, vor denen sie warnen, markieren eben exakt die Grenze zwischen gut gemeinten und handwerklich gut gemachten journalistischen Produkten. Ergänzt wird der Praxis-Teil durch lesenswerte Betrachtungen zur Arbeit bei Nachrichtenagenturen und –Magazinen sowie Abschnitte zu Sprache, Arbeitstechniken und –organisation in Zeitung, Radio und Fernsehen. Die sind gut für einen ersten Überblick - auf weiterführende Literatur wird im gesamten Buch ausführlich hingewiesen.




