
Markus Reiter: Überschrift, Vorspann, Bildunterschrift
Wozu ein ganzes Buch zu drei Kleinigkeiten schreiben, fragt sich sicher manch einer, wenn er diesen Titel im Regal sieht. Am nächsten Morgen wird er sich mit seinem Kaffee an den Frühstückstisch setzen, die Zeitung aufschlagen und sich über einen weiteren unverständlichen Vorspann ärgern. Dass gerade dieser und die Überschrift den Leser binden müssen – nicht erst der Text - , das vergessen Redaktionen nur allzu häufig. Lange, nachdem der Artikel sorgfältig formuliert ist, wird kurz vor Veröffentlichung noch schnell der Vorspann hingeschludert. Markus Reiter versucht mit seinem Buch, dieser Mentalität entgegen zu treten. Er wird nicht bewirken können, dass alle Redakteure sich plötzlich mehr Zeit nehmen. Aber für junge Journalisten ist sein Werk ein unkomplizierter Einstieg in die Kunst der Überschriften, Vorspänne und Bildunterschriften. Ohne sich in wissenschaftlichen Fachbegriffen zu verlieren, führt Reiter das aus, was bei Kollegen wie Schneider oder La Roche nur auf wenigen Seiten Beachtung findet. Dazu gibt er zu Anfang auch einen sehr abgespeckten Überblick über Leserverhalten und Kriterien für Informationsselektion, bevor er in den Hauptteil überleitet. Dieser ist übersichtlich gegliedert und durch viele Originalbeispiele anschaulich gestaltet. Einige Teile wie die „Zwölf Regeln für Bildunterschriften“ kommen zwar etwas schulisch-belehrend daher, sind aber dennoch nützlich für den Laien. Die „Typischen Fehler bei Überschriften“ sind dagegen in ihrer allzu genauen Unterscheidung ein wenig erschlagend – obwohl anregend und durchaus amüsant geschrieben.
Reiters Buch kommt jedenfalls zur richtigen Zeit. Nicht nur herrscht unter den Printmedien zunehmender Konkurrenzdruck – immer mehr Internetpräsenzen drängen auf den Markt, die Aktualität und interessante Inhalte bieten wollen. Gerade den zunehmend jungen Mitarbeitern auf diesem Gebiet kann die Lektüre eine Anregung sein, mehr auf den Leser zuzugehen. Und der Autor hat recht: Damit machen sie auch sich selbst eine Freude.
Rezensiert von Sarah Benecke.





